Ich liebe den Moment, in dem ich nach einem langen Tag aus meinem „Ich-ziehe-jetzt-alles-durch“-Alltag aussteige. Doch sobald wasserfeste Produkte im Spiel sind, wird das Abschminken schnell zur Geduldsprobe: Es schmiert, es klebt, und man reibt sich die Haut am Ende rosig. Genau da setzt mein Vorgehen an – ein sanftes Entfernen, das ich über die Jahre immer wieder verfeinert habe.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie ich beim Abschminken von wasserfestem Make-up vorgehe, ohne meine Haut zu überlasten. Dabei geht es nicht um einen Hauruck-Moment, sondern um eine klare Routine: Ich reinige in zwei Schritten, löse erst die wasserfesten Partikel, und entferne danach gründlich die Reste. Das Prinzip ist simpel, aber die Wirkung spürbar.
Warum wasserfestes Make-up beim Entfernen so zickig ist
Wasserfeste Produkte sind nicht einfach nur „länger haltbar“, sie sind so formuliert, dass sie sich gegen Wasser und oft auch gegen Reibung besser behaupten. Viele enthalten Filmbildner und wasserabweisende Komponenten, die auf der Haut eine Art Schutzschicht bilden. Das klingt erst mal praktisch – am Ende des Tages ist diese Schicht aber genau das, was das Entfernen erschwert.
Wenn ich versuche, nur mit einem herkömmlichen Waschgel drüberzugehen, passiert häufig das Gleiche: Die äußere Schicht wirkt kurz sauber, darunter sitzt aber noch Mascara, Kajal oder Lidschatten. Das merken besonders Augenbereiche, weil hier die Haut dünner ist und man schneller gereizt reagiert. Bei mir zeigt sich das dann als unangenehmes Spannungsgefühl oder kleine Rötungen, die am nächsten Tag sogar noch nachwirken können.
Ein weiterer Punkt: Wasserfestes Make-up wird oft zusätzlich mit Pflegeprodukten kombiniert, etwa Sonnenschutz, Primer oder Foundation mit langem Wear. Wenn dann noch Schweiß, Talg und Staub vom Tag dazu kommen, entsteht ein Gemisch, das sich nur schwer „mit einem Schritt“ lösen lässt. Genau dafür ist ein zweistufiger Prozess so hilfreich.
Mein Ansatz: erst lösen, dann reinigen
Wenn ich abends mein Gesicht abschminke, denke ich nicht „reiniger“, sondern „Aufräumen in Etappen“. Ich möchte erst die wasserfesten Pigmente und Filme aus dem Kontakt lösen, damit ich danach wirklich sanft abnehmen kann. Würde ich direkt schrubben, würde ich nicht nur Make-up wegwischen, sondern auch Schutzbarrieren der Haut strapazieren.
Der Kern meines Vorgehens ist das Double Cleansing: In Schritt eins löse ich Make-up und Sonnenschutz, in Schritt zwei reinige ich die Haut gründlich. Ich nutze dafür Produkte, die zu meinem Hautgefühl passen, und achte darauf, dass die Augen dabei möglichst wenig leiden.
Dieser Ablauf hat mir über die Jahre geholfen, weil er Reibung reduziert. Ich muss weniger pressen, weniger hin- und herwischen, und ich kann Reste gezielt entfernen. Das Ergebnis ist für mich jedes Mal eine Haut, die sich „sauber, aber nicht gequält“ anfühlt.
Wasserfestes Make-up – Hautschonendes Entfernen per Double Cleansing: Schritt für Schritt
Ich starte immer mit dem ersten Schritt, weil dort der wichtigste Hebel liegt: Das Make-up muss gelöst werden, nicht nur „weggerieben“. So kann ich danach mit einem zweiten Reiniger alles abnehmen, ohne dass die Haut ständig unter Zug bleibt. Dieses System ist besonders praktisch, wenn ich Mascara trage, die wirklich hält.
Schritt 1: Öl- oder Balm-Textur zum Lösen
Für Schritt eins greife ich häufig zu einem Öl oder einem Balm. Entscheidend ist nicht, ob es „Balm“ oder „Öl“ heißt, sondern wie es sich anfühlt und wie gut es das Make-up löst. Bei mir klappt das am besten, wenn ich die Textur trocken auf die Haut gebe oder zumindest so, dass sie sofort mit den Pigmenten arbeiten kann.
Ich trage die Menge so auf, dass ich jede Make-up-Zone einmal klar abdecke: Stirn, Wangen, Kinn und natürlich die Augenpartie. Gerade bei Augen gehe ich langsam und konzentriert vor, weil dort die Haut schnell reagiert. Ich lasse mir Zeit, statt hektisch zu wischen.
Dann kommt die kurze Massage: Ich bewege die Fingerspitzen in kleinen Kreisen, ohne Druck aufzubauen. Gerade Lippenprodukte, die sich mit der Zeit „setzen“, lösen sich bei mir so deutlich besser. Wenn ich merke, dass die Textur auf der Haut sichtbar gleitet und sich ein bisschen wie „Emulsion“ anfühlt, ist das für mich ein Zeichen, dass sich das Make-up löst.
Je nach Produkt spüle ich anschließend mit lauwarmem Wasser ab oder emulsioniere kurz weiter, bis sich das Produkt sanfter verteilt. Wichtig ist, dass ich nicht in Sekunden „wegschrubbe“, sondern wirklich löse. Genau diese Ruhe unterscheidet mein Vorgehen von dem, was man früher oft gemacht hat: starkes Reiben, bis es irgendwie klappt.
Schritt 2: Sanfter Cleanser für die gründliche Reinigung
Nachdem das meiste Make-up weg ist, reinige ich mit einem milden Waschgel oder einer Waschcreme. Hier geht es für mich nicht mehr darum, hartes Pigment zu entfernen, sondern um die Reste: Bindemittel, Schmutzpartikel, den Film vom Sonnenschutz und die letzte Spur Mascara, die sich sonst in den Falten versteckt.
Ich gebe den Reiniger in die Hände, arbeite ihn kurz mit Wasser auf und massiere dann erneut sanft. In diesem Schritt achte ich darauf, dass ich meine Haut nicht austrockne. Das heißt: keine Minute langes „Schäumen lassen“, kein heißes Wasser, kein gefühlt endloses Schrubben.
Am Ende spüle ich gründlich, aber ebenfalls lauwarm. Wenn ich danach ein trockenes Gefühl oder Ziehen merke, war der Cleanser für mich zu aggressiv oder ich habe zu lange gereinigt. Dann passe ich beim nächsten Mal die Produkte oder die Zeit an.
Welche Produkte ich dafür auswähle (ohne Drama, aber mit System)
Ich gebe zu: Am Anfang habe ich die Auswahl unterschätzt. Ich dachte, „Hauptsache Abschminken“ – und habe mir damit öfter Probleme eingebrockt. Ein Balm, der sich toll anfühlt, kann trotzdem bei bestimmten Augen schneller reizen. Ein Öl kann zu reichhaltig sein und bei manchen Hauttypen Unruhe verursachen. Deshalb arbeite ich heute mit kleinen Kriterien.
Für Schritt eins wähle ich meist eine Textur, die sich gut verteilen lässt und danach sauber abspülbar ist. Für Schritt zwei nehme ich etwas, das meine Haut nach dem Trocknen nicht „knackig“ macht. Ich halte mich an das, was meine Haut mir nach einer Routine zeigt: Komfort, nicht nur Sauberkeit.
Wenn ich sehr wasserfeste Produkte nutze, kombiniere ich manchmal: erst ein Öl/Balm, dann ein zweiter Reinigungstakt im Cleanser. Das tue ich aber nur, wenn es wirklich nötig ist, etwa bei sportlichen Tagen oder wenn ich besonders hartnäckigen Lidschatten trage. An normalen Abenden reicht mir die Standardroutine.
Öl vs. Balm vs. Micellar – was bei mir funktioniert
Öle haben bei mir den Vorteil, dass sie sich schnell anfühlen und gut mit Mascara zusammenarbeiten. Balms sind oft „behutsamer“ in der Textur und bleiben länger dort, wo ich sie auftrage. Micellarwasser spielt bei mir eher eine Nebenrolle, zum Beispiel wenn ich unterwegs bin und keine Dusche in Reichweite ist.
Was ich allerdings meide: Produkte, die zwar wasserfestes Make-up versprechen, aber sich beim Entfernen klebrig anfühlen und nicht wirklich abgehen. Wenn ich nach dem Abspülen das Gefühl habe, dass ein Film bleibt, dann bleibt dieser Film bei mir nicht einfach „okay“, sondern kann die Haut am nächsten Morgen unruhig machen.
Mein persönlicher Favorit ist heute eine Kombination aus einer passenden Öl- oder Balm-Textur und einem milden Cleanser. Das ist weniger kompliziert als es klingt, aber es spart mir auf lange Sicht viel Zeit, weil ich nicht ständig neue Lösungen testen muss.
So mache ich die Augenpartie wirklich hautschonend
Augen sind bei mir der Bereich, der schnell entscheidet, ob eine Routine wirklich gut ist. Ich merke sofort, wenn ich zu viel Reibung produziere: Die Lider fühlen sich dann nicht nur gereizt an, sondern wirken auch „angeschlagen“. Genau deswegen ist Schritt eins so wichtig, weil sich der Film der Mascara nur mit Massage und Lösung lösen lässt, nicht mit Kraft.
Ich gehe dabei meist so vor: zuerst löse ich Mascara und Lidschatten mit der Öl- oder Balm-Textur, dann emulsifiziere ich kurz, bevor ich abspüle. Wenn ich Wattepads verwende, dann nur leicht und gezielt. Reiben, bis es „endlich weg ist“, mache ich nicht.
Für sehr wasserfeste Kajal- oder Wimpernlinien nutze ich manchmal den Trick, die Textur kurz auf der Stelle zu lassen. Nicht lange, nicht stundenlang, aber ein paar Atemzüge im Zeitgefühl reichen oft, damit sich das Produkt wirklich löst. Dadurch ziehe ich weniger am Auge.
Was ich bei empfindlichen Augen merke
Wenn meine Augen in einer Phase sensibler sind – zum Beispiel bei Allergien oder nach langen Bildschirmstunden – passe ich die Routine an. Dann nehme ich einen Cleanser, der besonders mild ist, und reduziere die Kontaktzeit. Ich reinige dann lieber gründlich in weniger Schritten statt „mehrere Sekunden mehr machen“.
Auch meine Tücher und Pads sind dabei ein Faktor. Ich bevorzuge weiche, nicht fusselnde Textilien oder Pads, die sich nicht wie Schleifpapier anfühlen. Das klingt banal, aber es ist genau die Art von Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen „ok“ und „spürbar beruhigt“ ausmacht.
Double Cleansing richtig timing: wie lange und wie oft?
Ich lasse mir bei der Frage „Wie lange?“ gerne von der Haut führen. Für mich ist wichtiger, dass sich die Textur in Schritt eins gut lösen lässt. Dann braucht es nicht endlose Massage. Ein bis zwei Minuten können je nach Produkt reichen, aber ich halte mich nicht an die Uhr, sondern an das Gefühl: Wenn es gleitet und sich leicht abnimmt, bin ich im richtigen Bereich.
Wie oft? Wasserfestes Make-up treibe ich meistens an Tagen auf, an denen ich lange draußen war oder viel unterwegs bin. An diesen Tagen mache ich die Double-Cleansing-Routine konsequent. An anderen Abenden, an denen ich nur leichte Produkte trage, reicht bei mir manchmal ein einzelner Schritt mit einem passenden Reiniger.
Ich achte außerdem auf den Gesamtplan der Pflege danach. Nach dem Reinigen kommt Feuchtigkeit, sonst fühlt sich die Haut schnell „wach“, aber nicht unbedingt gut an. Das ist kein Widerspruch: Sauber heißt nicht automatisch trocken.
Typische Fehler, die ich früher gemacht habe
Ich glaube, jede Routine ist einmal durch eine Phase gegangen, in der man zu viel will. Bei mir war das das harte Schrubben, um „sofort alles“ loszuwerden. Damals dachte ich, Druck ist gleich Effekt. Heute weiß ich: Druck ist vor allem Stress für die Haut.
Ein anderer Klassiker ist die falsche Reihenfolge. Wenn ich zuerst mit einem Cleanser starte, bevor das Make-up gelöst wurde, verteilt sich der Film oft nur neu. Mascara gerät dann ins Auge, Lidschatten wird verschwommen, und ich bin am Ende wieder am Wischen – nur eben mit mehr Reibung.
Auch zu heißes Wasser gehört in diese Kategorie. Es kann zwar kurzfristig das Gefühl geben, es werde schneller sauber, aber es verschärft die Trockenheit und macht die Hautbarriere nicht gerade glücklicher. Ich habe das im Winter besonders gemerkt.
Meine Lieblingsroutinen für verschiedene Tage
Damit es im Alltag nicht kompliziert wird, habe ich mir feste Abläufe gebaut. Ich bin ein Mensch, der gern eine Schrittfolge hat, weil ich dann nicht abends neu entscheiden muss. So bleibt das Ganze leicht, und ich halte es durch.
Hier sind die Varianten, die sich bei mir bewährt haben. Du kannst sie als Orientierung nehmen und an deine Produkte anpassen.
| Tag / Make-up | Meine Schritte | Worauf ich achte |
|---|---|---|
| Alltag mit wasserfester Mascara | 1) Öl/Balm, 2) milder Cleanser | Massage sanft, Augen nicht „wegwischen“ |
| Starker Look (Lidschatten + Kajal) | 1) Öl/Balm mit kurzer „Einwirkpause“, 2) Cleanser | Restspuren gezielt entfernen, nicht nachreiben |
| Sporttag mit wasserfestem Produkt | 1) Öl/Balm, 2) Cleanser (ggf. einmal wiederholen) | Sonnenschutz- und Schweißfilm gründlich lösen |
| Leicht geschminkt, kein wasserfestes Make-up | Meist ein Reinigungsschritt | Weiterhin mild reinigen, kein „Overkill“ |
Hautschonend heißt nicht „langsam“, sondern „zielgerichtet“
Ich höre oft den Gedanken „Je sanfter, desto besser“. Das stimmt grundsätzlich, aber ich mag die reine Langsamkeit nicht als einziges Kriterium. Zielgerichtet ist für mich das Zauberwort: Ich löse dort, wo etwas klebt, und ich massiere nur so lange, bis es sich leicht abnehmen lässt.
Wenn ich merke, dass ein Produkt trotz Massage nicht reagiert, wechsle ich nicht sofort zu mehr Druck. Stattdessen ändere ich entweder die Textur (mehr Gleiten, anderes Finish) oder verlängere die Lösung kurz. Mehr Kraft bringt hier meistens nur Reizung.
Diese Art von „ruhiger Konsequenz“ hat mir den Stress rausgenommen. Ich brauche nicht ewig im Bad stehen, aber ich muss auch nicht kämpfen.
Feuchtigkeit danach: So bleibt die Haut ruhig
Was ich nach dem Entfernen mache, hängt nicht direkt vom Make-up ab, aber die Reihenfolge ist entscheidend. Wenn meine Haut frisch gereinigt ist, ist sie offen für die nächste Portion Pflege. Ich setze deshalb schnell auf eine passende Feuchtigkeitsstufe.
Bei mir funktioniert eine leichte, unkomplizierte Hydration sehr gut: erst ein Serum oder eine milde Lotion, dann bei Bedarf eine Creme. So wirkt die Haut nicht nur optisch „sauber“, sondern fühlt sich auch innerhalb kurzer Zeit wieder komfortabel an.
Wenn ich dazu neige, dass meine Haut nach dem Abschminken spannt, lege ich den Fokus auf beruhigende Inhaltsstoffe wie Panthenol oder Feuchtigkeitsspendendes, das nicht sofort beschwert. Ich achte dabei immer auf das, was meine Haut wirklich verträgt.
Wie ich mein Make-up-Entfernen mit Hauttypen abstimme
Es gibt keine Routine, die für jede Haut identisch perfekt ist. Trotzdem kann man sich an Prinzipien orientieren. Ich finde, dass die Texturwahl für Schritt eins besonders viel mit dem Hauttyp zu tun hat. Eine Haut, die schnell fettig wirkt, braucht vielleicht etwas Leichteres, und eine trockene Haut profitiert eher von einem Balm oder Öl mit mehr Komfort.
Ich habe zum Beispiel gemerkt, dass meine Haut in trockenen Monaten bei Schritt eins nicht zu leicht sein darf, sonst fühlt sie sich nach dem zweiten Reiniger „ausgezogen“ an. Im Sommer dagegen wähle ich gerne eine Textur, die sich schneller abspülen lässt und nicht zu schwer wirkt.
Auch bei sensibler Haut ist der Weg nicht der Kampf, sondern die Wahl. Ein milder Cleanser in Schritt zwei macht bei mir oft den Unterschied, ob die Haut nach dem Abendroutine Tag und Nacht „mitspielt“ oder ob sie am nächsten Morgen gereizt wirkt.
Unterwegs: Was ich tue, wenn keine Dusche in der Nähe ist
Reisen oder lange Tage sorgen dafür, dass ich manchmal nur begrenzt Zeit und Möglichkeiten habe. Für diese Situationen habe ich eine Mini-Routine im Gepäck, die ich anpassen kann, ohne mir die Haut zu ruinieren. Selbst dann versuche ich, das Prinzip beizubehalten: lösen, danach reinigen.
Ich nutze unterwegs zum Beispiel eine Öl- oder Balm-Alternative in Reisegröße, arbeite das Make-up kurz ein und nehme es dann mit einem weichen Tuch oder einem sanften Pad ab. Danach kommt ein milder Cleanser oder eine reizarme Alternative, wenn ich wirklich nicht waschen kann.
Wichtig ist, dass ich nicht versuche, durch Notlösungen Reibung zu steigern. Lieber einmal korrekt, auch wenn es länger dauert als einmal hektisch und unruhig.
Was ich beim Lesen von Inhaltsstoffen beachte
Ich bin kein Mensch, der jede Formel auswendig kann. Aber ein paar Dinge helfen mir, schneller zu entscheiden. Bei Schritt eins achte ich darauf, dass die Textur sich gut verteilen lässt und sich danach abnehmen lässt, ohne einen starken Film zu hinterlassen. Wenn ein Produkt nach dem Abspülen „krisselig“ wirkt, warte ich damit.
Bei Schritt zwei schaue ich vor allem auf milde Reinigungsbestandteile und darauf, wie meine Haut reagiert. Manchmal merkt man es sofort, etwa wenn die Haut nach dem Trocknen deutlich spannt. In solchen Fällen weiß ich, dass ich anpassen sollte – und zwar nicht erst nach vielen Abenden.
Auch Duftstoffe spielen bei sensiblen Phasen eine Rolle. Ich bin nicht strikt gegen jede Art von Duft, aber ich kenne mein Muster: Wenn meine Haut schon gereizt ist, kann zu viel zusätzliches „Drumherum“ unangenehm werden.
Wie ich meine Routine mit dem eigenen Stil verbinde
Als Personal Stylistin erlebe ich ständig, dass Menschen Stil oft nur über Kleidung denken. Dabei spielt Komfort eine viel größere Rolle, als viele zuerst glauben. Wenn ich mich abends in meiner Haut nicht wohlfühle, bringt mir der schönste Look am Tag nichts. Die Pflege gehört für mich deshalb genauso zum Style wie die Farbe oder der Schnitt.
Ich helfe meinen Kundinnen oft dabei, wasserfeste Produkte strategisch einzusetzen: zum Beispiel an Tagen, an denen Wetter oder Sport es verlangen, und an anderen Tagen bewusst „leichtere“ Alternativen zu wählen. So bleibt der Look stabil, ohne dass die Haut jede Nacht kämpfen muss.
Das ist im Grunde wie Outfitplanung: Nicht jedes Teil wird jeden Tag getragen. Die Pflege ist da nicht anders.
Häufige Fragen aus meinem Alltag als Stylistin
Viele wollen wissen, ob Double Cleansing „zu viel“ ist. Ich sage dann meist: Es hängt davon ab, was du trägst. Wenn du wasserfestes Make-up nutzt, ist ein zweistufiges Entfernen oft sinnvoll, weil du sonst eher zu Reibung und langem Herumwischen greifst. Und genau das macht die Haut unruhig.
Andere fragen, ob es nicht auch mit einem einzigen Produkt geht. Ja, es gibt Reinigungssysteme, die sehr gut funktionieren. Trotzdem erlebe ich, dass die Kombination aus lösender Textur und mildem Cleanser zuverlässiger ist, besonders im Augenbereich. Nicht, weil „mehr besser“ wäre, sondern weil die Aufgaben verteilt werden.
Ein weiterer Punkt: Wie man nicht zu lange braucht. Ich antworte dann: Wenn Schritt eins richtig gewählt ist und gut einwirkt, sinkt die Zeit im zweiten Schritt automatisch. Mit der richtigen Routine ist das Entfernen keine Geduldsprüfung, sondern ein kurzer Abschluss, der sich nach Pflege anfühlt.
Eine komplette Abendroutine, die bei mir so abläuft
Ich lasse dir einmal den Ablauf so, wie ich ihn an typischen Tagen nutze. Du kannst ihn eins zu eins übernehmen oder anpassen, aber die Struktur bleibt: erst lösen, dann reinigen, dann beruhigen.
Zuerst sorge ich dafür, dass ich genug Zeit habe. Nicht Stunden, aber die Routine darf sich nicht hetzen lassen. Ich nehme Schritt eins, löse das Make-up mit Öl oder Balm, emulsifiziere kurz, und spüle dann gründlich ab. Danach kommt Cleanser Schritt zwei, sanft massiert und ebenfalls gründlich abgespült.
Zum Schluss nehme ich ein feuchtigkeitsspendendes Produkt, meist etwas Leichtes, und gebe meiner Haut dann den Raum, sich zu beruhigen. Wenn ich ab und zu das Gefühl habe, dass die Haut besonders trocken ist, erhöhe ich die Pflege in dieser Phase, ohne die Reinigung zu verändern.
Dieses System wirkt bei mir so gut, weil es nicht nur „Make-up weg“ macht, sondern die Haut dabei schützt. Und genau das ist für mich der Unterschied zwischen Abschminken und Hautpflege.
Wenn du sehr hartnäckige Produkte trägst: gezielt nachsteuern
Manchmal kommt ein Look zusammen, der wirklich nicht nachgeben will: wasserfeste Kajalstifte, superdichte Foundations, Lidschatten mit stärkerem Film. Dann passiert es, dass einzelne Bereiche länger brauchen als andere. Ich handle dann nicht mit mehr Druck, sondern mit mehr Strategie.
Ich setze in solchen Fällen kurzzeitig einen Fokus: Ich löse das Problemareal im ersten Schritt etwas länger oder arbeite mit einer geeigneten Textur, die besser greift. Anschließend kontrolliere ich beim zweiten Schritt, ob noch Reste vorhanden sind. Wenn ja, gehe ich nur an den betroffenen Stellen nochmal sanft drüber.
Dieses Vorgehen verhindert, dass ich den ganzen Gesichtsteil unter Reibung setze, nur weil an einer Ecke ein Rest sitzt. So bleibt die Haut insgesamt ruhig, während ich trotzdem sauber werde.
Wie ich merke, ob meine Haut die Routine gut findet
Nach einigen Tagen Double-Cleansing-Routine schaue ich immer auf kleine Signale. Spannt meine Haut, sobald ich sie trockne? Rötet sich der Augenbereich schneller als sonst? Fühlt sich die Haut in der Früh „glatt, aber gut“ an, oder wirkt sie eher stumpf und gereizt?
Wenn die Haut gut reagiert, sehe ich das nicht nur sofort. Nach ein paar Wäschen und Routinen wird es stabiler. Meine Haut fühlt sich dann weniger schnell „angeschlagen“ an und die Augenpartie ist seltener trocken oder empfindlich.
Wenn es nicht passt, merke ich es ebenfalls. Dann ändere ich entweder die Produkte oder die Reihenfolge innerhalb der zwei Schritte. Ich versuche aber nicht, alles gleichzeitig zu ändern, sonst weiß ich nicht, was geholfen hat.
Mein praktischer Merksatz für abends
Ich halte mir abends einen Satz vor Augen, der mich aus dem „Wegwischen“-Modus zurückholt: Lösen vor Reinigen. Wenn ich das verinnerliche, ist die Routine fast automatisch richtig. Ich will nicht mit Kraft gegen das Make-up arbeiten, sondern mit der passenden Textur in den ersten Minuten die Arbeit übernehmen lassen.
Genau so fühlt sich das Entfernen für mich inzwischen an: nicht als Pflicht, sondern als kleiner Abschluss, der mich wieder mit meiner Haut verbindet. Und egal, wie wasserfest der Look war – am Ende steht eine saubere, entspannte Basis für die Pflege, die danach kommt.
